Künstliche Intelligenz und ihre Folgen für die Zusammenarbeit von Bildagenturen, Fotografinnen und Fotografen sowie journalistischen und werblichen Medien.
Wie verändert Künstliche Intelligenz die Arbeit mit Bildern und die Situation von Fotografinnen und Fotografen, Bildagenturen, Bildredaktionen von Print- und Onlinemedien sowie Bildeinkäufer:innen von PR- und Werbeagenturen?
Seit dem Aufkommen von Consumer-KI-Tools vor mittlerweile vier Jahren werden Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz zum Teil sehr emotional diskutiert. Doch obwohl die Künstliche Intelligenz mittlerweile zum Alltag von Kreativen wurde, sind viele Fragen rund um den Einsatz dieser Technologien, nicht zuletzt aufgrund fehlender belastbarer Daten, noch völlig ungeklärt. In einer übergreifenden Erhebung zum Einsatz von KI wurden in der Zeit zwischen 04. Januar und 28. Februar 2026 Fotografinnen und Fotografen, Bildagenturen, Print- und Onlinemedien sowie Werbe- und PR-Agenturen zu ihrem Umgang mit KI-Tools und KI-generierten Bildern befragt. Diese umfassende Betrachtung geschah mit dem Ziel, aufzuzeigen, inwieweit KI-Tools mittlerweile den Alltag im professionellen Bildgeschäft prägen, – und wo sie unter Umständen noch gar nicht angekommen sind. Damit soll ein differenziertes Bild einer Situation gezeichnet werden, in der nach anfänglicher Job-Angst, Skepsis und Ablehnung der KI gegenüber mittlerweile viele Kreative in der neuen Technik ein gestalterisches Element sehen, dessen Nutzung weder in der Produktion von Bildern noch in ihrer Veröffentlichung verweigert werden kann. Gleichzeitig soll aber auch deutlich gemacht werden, welche wirtschaftlichen Folgen der Einsatz Künstlicher Intelligenz für die Beteiligten hat, und wo die Beteiligten die Grenzen der Technik sehen.
Diese Untersuchung schließt an eine Reihe von bisher sieben Erhebungen an, die die Arbeitsgruppe „image market – business trends“ am Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography der Hochschule Hannover in der Zeit zwischen 2018 und 2025 in Zusammenarbeit mit zahlreichen Verbänden der Medienszene durchführte. Die vorgestellte Darstellung beschreibt einen sehr heterogenen Markt in einer Zeit des Umbruchs, denn neben dem Auftreten und dem massenhaften Einsatz Künstlicher Intelligenz im Bildbereich in den letzten beiden Jahren wirken auf dem Bildermarkt weiterhin Einflüsse, die bereits seit längerem zu beobachten sind.