Forschung
April 18, 2018 — 12:22

Die Entwicklung der visuellen Darstellung medialer Inhalte als Folge technischer, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und medialer Interdependenzen und ihre Konsequenzen für die Bildpublizistik.

Kurzbeschreibung

Ausgelöst durch technische Entwicklungen durchlaufen die Medien im Allgemeinen und die Bildpublizistik im Besonderen einen Strukturwandel, für dessen Dimension und Dynamik sich kaum aktuelle oder historische Vergleiche, weder innerhalb der Bildmedien, noch in anderen Branchen, finden lassen. Infolge der Digitalisierung verändert sich der Umgang mit Nutzungsrechten an Bildern bis zur Unkenntlichkeit. Fotograf:innen werden zu multimedialen Content-Lieferant:innen. Die monomediale Publikation wird ersetzt durch die transmediale Veröffentlichung von Inhalten. Klassische Bildagenturen verschwinden aus wirtschaftlichen Gründen, neue Anbietende treten in den Markt ein und verändern nicht nur die Geschäftsmodelle sondern auch Arbeitsbedingungen und Bildsprachen. Die Möglichkeiten der Digitalisierung von Bilddaten erfordert eine Änderung rechtlicher Bestimmungen mit Auswirkungen auf die betriebswirtschaftlichen Erlöse der Bilderzeugenden und daraus resultierenden Konsequenzen für die Bildpublizistik. Jede Entwicklung in einem Bereich hat dabei gleichzeitig Auswirkungen auf verschiedene andere Bereiche.

Die veränderten Herstellungs- und Publikationsbedingungen von Bildern bedeuten auch einen Wandel nicht nur des Bildjournalismus, sondern der Bildmedien insgesamt, über dessen gesamtgesellschaftliche Wirkungen zur Zeit nur spekuliert werden kann.

Mein aktuelles Forschungsprojekt wird die Entwicklung des Handels mit Nutzungsrechten an Bildern darstellen und dokumentieren, wie unterschiedliche Entwicklungen in verschiedenen Bereichen sich gegenseitig beeinflussend, den Markt laufend verändern und im Ergebnis bestimmen, welche Bilder (aus welcher Quelle, mit welcher Bildsprache und welcher Bildgestaltung) überhaupt veröffentlicht werden.

 

image market 2021 – corona and the photo business

Spätestens seit Februar 2020 beherrscht die Covid 19-Pandemie die Medien weltweit – und die Arbeit der Medienschaffenden rund um den Globus. Dabei sind besonders Bildagenturen und Fotograf:innen von erheblichen berufspraktischen und finanziellen Auswirkungen betroffen. Zwei Fragen standen deshalb im Zentrum der diesjährigen Befragung unter Bildagenturen und Fotograf:innen, die durchgeführt wurde von der Arbeitsgruppe image market – business trends in Kooperation mit BFF, BVAF, BVPA, DGPh (Sektion Bild), dju in Verdi, DJV, Freelens und SAB:

Wie entwickelt sich der Bildermarkt 2021?

Wie verändert Corona die Bildbranche?

Die Folgen der Corona-Pandemie auf die Bildbranche sind eindeutig:

  • Während die befragten Fotograf:innen durchschnittliche Umsatzrückgänge in Höhe von 23,7 Prozent verzeichneten, lagen diese bei den beteiligten Bildagenturen sogar bei 26,3 Prozent. Dem standen bei den befragten Bildagenturen Förderungen in Höhe von 2,3 Prozent (gemessen an den Ausfällen) gegenüber.
  • Rund 80 Prozent der befragten Bildagenturen und Fotograf:innen stellten einen überwiegend starken Rückgang der Zahl der Fotoaufträge fest, der mit einer Verringerung des Auftragsvolumens verbunden ist.
  • Über 60 Prozent der befragten Bildagenturen sind mit einem starken Rückgang der Nachfrage nach Archivmaterial konfrontiert.

Ausführlich dargelegt sind die Ergebnisse in einem 33 seitigen Ergebnisbericht.

2021 Umfrage Imagemarket Corona Gesamtergebnisbericht

 

Presseinformation zum ergebnisbericht image market 2021

 

image market 2020 – structure and perspectives

Die erste übergreifende Erhebung unter den Mitgliedern verschiedener Verbände von Urheber:innen und Verwerter:innen in Deutschland soll aktuelle Entwicklungen aufzeigen und Tendenzen sowie Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten evaluieren. Dabei soll versucht werden, die aktuelle Situation von einzelnen Akteur:innen und beteiligten Gruppen sowie die Möglichkeiten einer perspektivischen Zusammenarbeit unterschiedlicher Marktteilnehmer:innen, und die Zukunft der Produktion und Publikation von Bildern sowie die Weitervermarktung von Bildrechten darzustellen. Hierdurch soll eine möglichst breite, verbändeübergreifende Datenbasis geschaffen werden die die Grundlage für eine zukünftige umfassende Darstellung der Situation der Bildmedien und ihrer Akteure bilden kann.

imagemarket 2020

 

Pressemitteilung image market business trends 2020 

Pictorial Online: Ein Gespräch zu „image market 2020 – structure and perspectives“ (Teil 1)

Pictorial Online: Ein Gespräch zu „image market 2020 – structure and perspectives“ (Teil 2)

 

image market – business trends 2019

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes erfolgte im Februar und März 2019 in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband professioneller Bildanbieter (BVPA) die zweite Erhebung zur aktuellen Situation deutscher Bildagenturen unter dem Titel „image market – business trends 2019“.

PM_Ergebnisse_image_market_2019_2019-04-01 

pictorial-online april 2019 _ Der deutsche Bildermarkt

 

Bildermarkt 2018

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes erfolgte im Februar und März 2018 in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband professioneller Bildanbieter (BVPA) eine Erhebung zur aktuellen Situation deutscher Bildagenturen unter dem Titel „Bildermarkt 2018“.

BVPA Umfrage Pressetext Ergebnisse

pictorial_03_2018_Bildermarkt_2018

 

Vorstellung ausgewählter Ergebnisse auf der Konferenz „Digital Economy and Global Transformations in the Trade of Photography, Heidelberg 05.02.2019.

Digital_creative_industry_conference_English

 

Einen Bildermarkt gibt es nicht …

Obwohl scheinbar eindeutig, wird ein Begriff je nach Position oder Intention unterschiedlicher Autoren, verwendet, um ganz verschiedene (Teil-)Märkte gleichermaßen zu etikettieren. Abhängig vom Bildinhalt und dem jeweils angewendeten Vertriebsmodell, gelten für unterschiedliche Märkte und Marktsegmente jedoch unterschiedliche Regeln und Gesetze. Der Beitrag „Einen Bildermarkt gibt es nicht …“ erschien in: BVPA – Der Bildermarkt. Handbuch der Bildagenturen 2009, Berlin, 2009, Seite 31 –43, sowie in: BVPA – Der Bildermarkt. Handbuch der Bildagenturen 2010, Berlin, 2010, Seite 35–47.

Einen Bildermarkt gibt es nicht … Lars Bauernschmitt